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Dem jungen Filmemacher Edward Drake ebneten einzelne Zusammenarbeiten mit einigen renommierten Standeskollegen den Weg. Auch seine Kurzfilme wurden äußerst positiv aufgenommen. Mit „Vampire Dinner – You are what you eat“ gibt Drake nunmehr sein Langspielfilmdebüt. Der internationale Titel lautet „Broil“ – ein Titel, der durchaus passender ist, denn es handelt sich in Drakes Film nicht explizit um Vampire im klassischen Sinne, wohl aber ist das Werk im Gothic-Horror zu verorten.

Handlung: Die 17-jährige Chance Sinclaire (Avery Konrad) zieht nach einem Zwischenfall an ihrer Schule zu ihrem diabolischen Großvater August (Timothy V. Murphy). Doch schon kurz nach ihrer Ankunft stellt Chance den Reichtum und die Macht ihrer Familie immer mehr infrage. Währenddessen heuert ihre Mutter June (Annette Reilly) den Koch Sydney (Johnathan Lipnicki) an, um August zu vergiften. Ein letztes großes Familienessen enthüllt die dunklen Geheimnisse der durchtriebenen Sippschaft.

Eine dämonisch nette Familie

Im Kern geht es bei „Vampire Dinner – You Are What You Eat“ um Familie, um ihre Geheimnisse und Zerwürfnisse. Filme, wie „Knives Out – Mord ist Familiensache“ oder „Ready or Not – Auf die Plätze, fertig, tot“ haben diese grundlegende Prämisse in den letzten Jahren filmisch exzellent umgesetzt, die großen und kleinen Konflikte im innerfamiliären Mikrokosmos thematisiert und fast schon in ein eigenes Genre eingeordnet. „Vampire Dinner – You Are What You Eat“ versucht dieses ebenfalls. Allerdings nicht ganz so durchdacht und clever, zumal die Geschichte am Ende anscheinend zu viel wollte.

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Die Story wirkt auf den ersten Blick überschaubar. Und das ist sie im Grunde auch. Wären da nicht die unzähligen Nebenstränge, Verwicklungen und Hintergrundgeschichten der Familie und ihren einzelnen Mitgliedern. Letztlich hätte die Erzählung in ihrem Umfang fast schon das Potenzial für eine kleine oder auch größere Mini-Serie gehabt. Dennoch macht der Regisseur und Autor Edward Drake das Beste aus dieser recht komplexen und aufgeblähten Story und erzählt sie konsequent zu Ende.

Vampire, Dämonen oder was auch immer…

Das Übernatürliche spielt hier tatsächlich eine untergeordnete Rolle und trägt nur vereinzelt zur Grundgeschichte bei. Die Handlung rund um die Vampire oder vielmehr Dämonen böte jedoch deutlich mehr Gestaltungsspielraum, um eine interessante und obskure Geschichte zu erzählen. Der Cast hingegen überzeugt und ist in jederlei Hinsicht vielschichtig. Die Schauspieler können mit viele Facetten aufwarten. Die Mimik und Gestik passen, sie haben ein gewisses Temperament und sinnvolle Schwächen. Die Hintergrundgeschichten werden allerdings nur bedingt aufgezeigt und so bleiben einige Motive und Motivationen vollends unklar oder zumindest nur vage nachvollziehbar.

Die große Starpower kann „Vampire Dinner – You are what you eat“ leider nicht aufbieten. Dennoch tragen einige der teilweise skurrilen Charaktere den Film komplett. Allen voran Johnathan Lipnicki, den man unter anderem als den kleinen Jungen aus den „Stuart Little“ – Verfilmungen kennt. Seine Darstellung als verstörter Koch war großartig, wenngleich er auch das Potenzial seiner Figur nicht vollständig ausschöpft. Ob das an seiner schauspielerischen Anlage oder der im Skript vorgegebenen Charakterzeichnung liegt, sei mal dahingestellt.

2.5

Fazit

„Vampire Dinner – You Are What You Eat“ ist ein Film, der mit seiner Story, seinen Charakteren und seinem Setting ein zweifelsohne riesiges Potenzial hat – es aber leider nie ganz ausspielt.

Veröffentlichung: seit dem 27. November 2020 als DVD, Blu-ray und digital. Im Test hatte Filmfreax die DVD.

Bildformat: 16:9 (2,39:1) | Sprachen, Tonformat: Deutsch Dolby Digital 5.1, Englisch Dolby Digital 5.1

Bildquellen

  • Beitragsbild: © Lighthouse Home Entertainment

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