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Den wenigsten dürfte der Name Scooby-Doo kein Begriff sein. Der erfolgreiche US-amerikanische Cartoon-Spaß von William Hanna und Joseph Barbera war hierzulande einer dieser typischen “Wochenend-Morgen-Zeichentrickfilme”. Mit ihrem Witz, der übernatürlichen Thematik und einer kindgerechten Portion Horror konnten Scooby Doo und seine Freunde die Herzen vieler Kinder erreichen. “Scooby! Voll verwedelt” ist die Neuauflage der erfolgreichen Zeichentrickserie und möchte an diesen Erfolg anknüpfen.

Handlung: Der pfiffige Hund Scooby und Shaggy sind seit ihrem Aufeinandertreffen die besten Freunde. Gemeinsam mit Fred, Daphne und Velma lösen sie ihren ersten Fall und bilden von nun an die Mystery Inc., mit der sie gruselige Abenteuer erleben und mysteriöse Rätsel knacken. Der fiese Bösewicht Dick Dastardly und seine Roboter-Minions entführen Scooby, um einen diabolischen Plan umzusetzen. Die Gruppe wird vor ihre wahrscheinlich größte Probe gestellt.

“Bellokalypse”

“Scooby! Voll verwedelt” beginnt wie eine klassische Origin-Geschichte und zeigt, wie Scooby und Shaggy sowie die Gruppe zueinander gefunden haben. Der erste Fall lässt nicht lange auf sich warten, der Gruselfaktor ist altersgerecht eingesetzt und erinnert an die damalige Serie. Der anschließende Zeitraffer bedient sich ebenso altbekannter Tropes; ehe der eigentliche Handlungsstrang aufgegriffen wird. 

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Superschurke Dastardly möchte ein gefährliches Tor öffnen. Scooby ist der Schlüssel. Die Gruppe und ein Team rund um den Superhelden Blue Falcon möchten das allerdings verhindern. “Scooby! Voll verwedelt” erzählt eine moderne und mysteriöse Story – oder vielmehr möchte es diese erzählen. Die Geschichte gibt sich aber leider allzu aufgebläht und wirkt nicht zuletzt durch den Einsatz von High-Tech und das Superheldenteam zu gewollt modern. “Scooby!” springt augenscheinlich auf diesen „Upgrade-Hype“ auf und scheitert damit an seinem eigenen Anspruch – statt auf die altbewährte Formel zu setzen.

Ein neuer Look

Die Scooby-Gang kommt in einem neuen Gewand daher, der klassische Zeichentrick weicht moderner Animation. Für Rezipienten, die mit der alten Serie aufgewachsen sind oder mit eben dieser erstmals mit Scooby Bekanntschaft gemacht haben, kommt der neue Look sehr gewöhnungsbedürftig daher. Das Design der Figuren und die Texturen des Hintergrundes sollen der heutigen Zeit entsprechen, wirken aber allzu technisch oder gar statisch. Auch hier scheitert “Scooby!” an sich selbst. Gerade im Hinblick auf die Konkurrenz bleibt “Scooby!” weit hinter den aktuellen Möglichkeiten zurück.

Scooby und seine Gang hingegen wurden charakterlich gut getroffen. Die alte Chemie ist vorhanden, ein paar Running-Gags zünden noch immer und werden so einer neuen Generation eröffnet. Wenngleich einige Charaktereigenschaften nicht mehr ganz zeitgemäß erscheinen und durchaus einen neuen Ansatz oder eine angepasste Rollenbeschreibung erfordert hätten. Konkret kann hier der Flirt zwischen Fred und einer Polizistin genannt werden – sexistische Anspielungen sollten in der heutigen Medienlandschaft keinen Raum mehr finden, erst recht nicht in kindgerechten Werken.

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Fazit

Alles in allem ist “Scooby! Voll verwedelt” ein Film, der vermutlich weder für Fans noch für Kinder empfehlenswert ist. Die Neuauflage bietet zwar aufgrund der Origin-Story einen adäquaten Einstieg ins Franchise, gefühlt jedoch ohne den eigentlichen Kern des Scooby-Charmes zu treffen. Auch wäre ein Look wünschenswert gewesen, der trotzdem den Charme der damaligen Serie widerspiegelt hätte. Das Reboot der “DuckTales” oder auch die angeteaserten “Animaniacs” zeigen, wie es hätte aussehen können.

Veröffentlichung: ab dem 12. November 2020 als Blu-Ray, 4K Blu-Ray und DVD.

Bildquellen

  • Beitragsbild: © Warner Bros.

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