© Buena Vista Home Entertainment

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Jugendbuchreihen verfilmt. In diese Liste reiht sich nunmehr auch das neueste Werk von Sven Unterwaldt ein. Die Jugendbuchreihe „The Sprite Sisters“ von Sheridan Winn, auf denen auch „Vier zauberhafte Schwestern“ basiert, umfasst eine Vielzahl von Romanen und Ablegern und erfreut sich gerade in Deutschland großer Beliebtheit. So kommt es nicht von ungefähr, dass eine deutschsprachige Adaption der Bücher erfolgt. Der Lübecker Filmemacher ist im Genre der Fantasy-Komödien kein Unbekannter. Filme wie die „7 Zwerge“-Komödien oder auch „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft“ waren erfolgreiche Familienfilme. In diese Kerbe möchte Unterwaldt auch mit seinem neuen Film „Vier zauberhafte Schwestern“ schlagen. Ob der Regisseur an seine alten Erfolge anknüpfen kann?

Handlung: Seit ihrem neunten Geburtstag verfügen die Schwestern Flame (Laila Padotzke), Marina (Hedda Erlebach), Flora (Lilith Julie Johna) und Sky (Leonore von Berg) über magische Fähigkeiten. Jede von ihnen beherrscht eines der vier Elemente: Feuer, Wasser, Erde oder Luft. Diese Kräfte stehen den Schwestern jedoch nur zur Verfügung, solange sie zusammenhalten. Die böse Zauberin Glenda (Katja Riemann) möchte die kleinen Streitigkeiten zwischen den Schwestern ausnutzen und einen Keil zwischen sie treiben, um die Kraft der magischen Windrose für sich zu gewinnen.

Vier Gewinnt

Konnten die durchaus erfolgreichen Verfilmungen um „Bibi und Tina“ in den letzten Jahren ein großes Publikum erreichen, macht „Vier zauberhafte Schwestern“ keinen Hehl daraus, dass es an eine deutlich jüngere Zielgruppe gerichtet ist. Die vier Cantrip-Schwestern werden im Verlauf des Films immer wieder vor alltägliche Probleme gestellt und fungieren so als Identifikationsfiguren für die jüngeren Zuschauer. Die Mädchen haben mit ganz normalen Schwierigkeiten zu kämpfen: die erste Liebe oder kleinere Konflikte unter Geschwistern. Erschwerend kommen die magischen Fähigkeiten hinzu, die die böse Zauberin Glenda auf den Plan rufen und die namensgebenden vier zauberhaften Schwestern vor ein paar größere Probleme stellen. Und die sind durchaus realitätsnah dargestellt. Die Beseitigung eben dieser Probleme ist letztlich allerdings zu einfach gehalten, wird doch als Patentlösung stets der vielbeschworene Zusammenhalt bemüht.

© 2019 Buena Vista International

Der anfängliche Vergleich zu „Bibi und Tina“ lässt sich auch im weiteren Verlauf des Films leider nicht vermeiden. Die Hexe vom Martinshof hat ebenfalls wichtige Botschaften und Werte vermittelt – und das wesentlich deutlicher und konkreter aufgearbeitet. Und auch in „Vier zauberhafte Schwestern“ wird gesungen und getanzt. Die Songs und Choreografien sollen den Zusammenhalt der vier Schwestern noch einmal ausdrücklicher visualisieren und den Film in gewisser Art und Weise tragen. Nur will das nicht so recht funktionieren. Die Songs sind fast schon unerheblich und tragen nicht unbedingt zur Geschichte bei, die Choreografie ist hölzern und wirkt letzten Endes wie das Männerballett beim Karneval.

Sympathisch, aber ohne Glanz

Die vier Jungdarstellerinnen haben zwar eine gute Präsenz und taugen durchaus als Sympathieträgerinnen. Allerdings haben die Newcomerinnen noch eine Menge zu lernen. Inwieweit ihr Schauspiel alleine ihrem Talent, den klischeehaften Rollen oder eben dem Regisseur zuzuschreiben ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Zu beurteilen vermag ich jedoch, dass das Schauspiel im Großen und Ganzen einfach nicht gelungen ist. Einziges Highlight ist Katja Riemann, die die böse Zauberin Glenda völlig überzeichnet verkörpert und so für ein paar lustige Momente sorgt.

„Vier zauberhafte Schwestern“ ist zweifelsohne nicht „mein“ Film und sicherlich auch nicht für mich gemacht. Vielleicht hätte Sven Unterwaldt noch mehr Anreize für die älteren Generationen schaffen sollen, um sein Fantasy-Abenteuer zu einem cineastischen Erlebnis für die ganze Familie zu machen. Sollte ich wieder Lust auf ein kindgerechtes, magisches Abenteuer verspüren, werde ich dann doch eher zu den „Bibi und Tina“-Verfilmungen greifen – bieten diese mir am Ende doch eher einen Mehrwert. Dennoch wird „Vier zauberhafte Schwestern“ seine Zielgruppe finden und selbige auch erreichen. Meiner neunjährigen Tochter hat der Film jedenfalls sehr gefallen – und sie hat das ein oder andere Lied noch immer im Ohr.

Veröffentlichung: ab dem 24. September 2020 als DVD, seit dem 11. September 2020 digital. Im Test hatte Filmfreax die DVD.

Bildformat: 16:9 (2,39:1) | Tonformat: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0 Hörfilmfassung für Blinde und Sehbehinderte | Sprachen: Deutsch | Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

1,5 / 5

Bildquellen

  • Beitragsbild: © 2019 Buena Vista International

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.