Handlung: Patriarch Harlan Thrombey (Christopher Plummer) wird nach einem Familien-Dinner in seinem Anwesen tot aufgefunden. War es seine Pflegerin Marta Cabrera (Ana de Armas)? Aus dem Kreise seiner „Liebsten“ kommt allerdings jeder als Täter infrage. Neben Lieutenant Elliott (LaKeith Stanfield) nimmt sich auch Privatdetektiv Benoit Blanc (Daniel Craig) des mysteriösen Falls an.

Kritik: Nach der Schelte, die Regisseur Rian Johnson für „Star Wars: Die letzten Jedi“ von aufgebrachten Fans einstecken und sich gar seine Fachkompetenz absprechen lassen musste, nimmt der Filmemacher mit seinem neuesten Streich den Kritikern den Wind aus den Segeln.

Dass Johnson ein Händchen für clevere Kriminalgeschichten hat, hat er in der Vergangenheit schon mit Filmen wie „Brick“ oder „Brothers Bloom“ (2008) „Brick“ (2005) bewiesen. Steckte er in seinem Independent-Debüt-Werk noch den jungen Joseph Gordon-Levitt in ein düsteres Krimi-Noir-Setting, begaben sich für ihn drei Jahre später mit Rachel Weisz, Adrien Brody und Mark Ruffalo schon die gestandenen Hollywood-Größen vor die Kamera. Johnsons so amüsante wie spannende Krimi-Komödie „Knives Out“ wirkt nicht nur inszenatorisch wie die konsequente Weiterentwicklung seines filmischen Schaffens, sondern belegt auch, wie viel Kredit sich der Regisseur in der Traumfabrik bereits erspielt hat. Nicht umsonst hat er es geschafft, solch einen namhaften Cast um sich zu scharen.

In bester Agatha-Christie-Manier erzählt Rian Johnson mit „Knives Out“ ein intelligentes „Whodunit“, das nicht nur von einem ausgeprägten inszenatorischen Geschick und feinem Sinn für Plot-Twists zeugt, sondern auch durch seine Protagonisten auf ganzer Linie überzeugt. Neben Stars wie Don Johnson, Michael Shannon, Jamie Lee Curtis, Toni Collette und Chris Evans brilliert vor allem James-Bond-Mime Daniel Craig als selbstironischer Privatschnüffler Benoit Blanc.

„Knives Out“ mag sich zwar streckenweise einen Hauch zu sehr für seine Cleverness feiern, punktet aber letztlich mit einer großen Portion Witz und belegt in aller Deutlichkeit Rian Johnsons Liebe fürs Filmemachen – was sich nicht zuletzt in den vielen eingestreuten pop- und selbstreferenziellen Verweisen widerspiegelt. Darüber hinaus funktioniert Johnsons Crime-Comedy aber nicht nur als Krimi im Stil einer altehrwürdigen Agatha Christie, sondern auch als ansatzweise bissige Gesellschaftssatire. Bei Fans und Kritikern ist die intelligent und liebevoll inszenierte Krimi-Komödie jedenfalls bestens angekommen – ein Sequel wurde bereits angekündigt. Wer mehr über die Produktion von „Knives Out“ erfahren möchte, dem seien die Featurettes ans Herz gelegt, die Einblicke in Rian Johnsons kreative Prozesse und dessen cineastisches Verständnis gewähren. Mehr zum Film erfahrt Ihr außerdem in unserer ausführlichen Kritik.

Veröffentlichung: ab dem 08. Mai 2020 als DVD, Blu-Ray, 4K Ultra HD Blu-Ray und digital. Im Test hatte Filmfreax die Blu-Ray.

Bildformat: 1,85:1 (2160p/24) | Tonformat: DTS-HD MA 5.1 | Sprachen: Deutsch, Englisch | Untertitel: Deutsch | Extras: Audiokommentar mit Rian Johnson (Regie/Drehbuch), Steve Yedlin (Kamera) und Noah Segan (Schauspieler), Kino-Kommentar von Rian Johnson, „Making a Murder“ (Multi-Part Documentary), Deleted Scenes, „Rian Johnson: Planning the Perfect Murder“, Director & Cast Q&A, „Meet the Thrombeys“ (Viral Ads), „Ode to the Murder Mystery“ (Trailer)

Filmfreax-Heimkino-Wertung
4 / 5

   

Bildquellen

  • Beitragsbild: © 2020 Universum Film

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.