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Handlung: Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor stehen die USA mit dem Rücken zur Wand. Die geschwächte und zahlenmäßig unterlegene US-Marine- und Luftwaffe muss sich einem geradezu übermächtigen Gegner stellen. In einer dramatischen Luft- und Seeschlacht bei den abgelegenen Midway-Inseln kommt es schließlich zur Entscheidung – und zum Wendepunkt des Pazifikkrieges.

Kritik: Bekannt für sein bombastisches Katastrophen- und Krawallkino, hat sich der deutsche Regisseur Roland Emmerich mit „Midway – Für die Freiheit“ einer wahren Geschichte angenommen. Im Mittelpunkt stehen die Heldentaten der US-amerikanischen Soldaten Dick Best (Ed Skrein), Lieutenant Commander C. Wade McClusky (Luke Evans), Edwin Layton (Patrick Wilson), Admiral Chester W. Nimitz (Woody Harrelson) und Bruno Gaido (Nick Jonas). Dass Emmerich in Anlehnung an eine reale amerikanische Heldengeschichte einen gewissen Pathos nicht ausklammert, ist dabei fast schon vorprogrammiert. Glücklicherweise erliegt der Filmemacher nicht der Versuchung, sich zu sehr in patriotischer Herrlichkeit zu ergehen, sondern macht deutlich, dass ebenso die japanische Gegenseite um Leben und Heroismus gekämpft hat.

In Zurückhaltung übt sich Emmerich aber erwartungsgemäß nicht, wenn es an die audiovisuelle Inszenierung geht. Es scheppert, brennt, explodiert und knallt in typischer Emmerich-Manier. Leider labt sich der Regisseur in solch epischer Breite an seinen brachialen Action-Sequenzen, dass der Einsatz von CGI ein ums andere Mal allzu deutlich wird – und damit kaum ein realistisches Kriegsszenario zustande kommt. Wie das wesentlich gekonnter vollbracht werden kann, haben Genrevertreter wie Steven Spielbergs „Der Soldat James Ryan“, Christopher Nolans „Dunkirk“ und nicht zuletzt Sam Mendes‘ „1917“ in aller Eindrücklichkeit und Intensität gezeigt – allesamt und verdient Oscar-Preisträger. Emmerichs allzu offensichtliche CGI-Orgie kann vergleichweise wenig überzeugen und wirkt streckenweise eher wie ein Computerspiel. Trotzdem schafft es der gebürtige Stuttgarter vor allem in den Luftschlacht-Sequenzen, Spannung zu erzeugen und damit zumindest streckenweise eine mitreißende Kriegsgeschichte zu erzählen.

Was letztlich bleibt, ist ein opulentes Spezialeffekte-Gelage, das zumindest durch seine überzeugende Besetzung und die Tatsache zu unterhalten weiß, dass sich Roland Emmerich und Drehbuchautor Wes Tooke („Colony“, „Jean-Claude Van Johnson“) angenehm an die realen Ereignisse gehalten und diese historisch belegte Heldengeschichte ohne maßlos ausschweifenden Pathos und Patriotismus rekonstruiert haben.

Veröffentlichung: ab dem 20. März 2020 als Blu-Ray, 4K UHD Blu-Ray, DVD und digital. Im Test hatte Filmfreax die Blu-Ray.

Bildformat: 2,40:1 (1080p/24) | Tonformat: Dolby Atmos | Sprachen: Deutsch, Englisch | Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte | Extras: „Getting it right“: The Making of Midway, „The Men of Midway“, Roland Emmerich: Man on a Two Survivors Remember, Hörfilmfassung, Audiokommentar von Roland Emmerich

Filmfreax-Heimkino-Wertung
2,5 / 5

Bildquellen

  • Beitragsbild: © 2019 Universum Film

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