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Handlung: Eine Epidemie hat die gesamte weibliche Bevölkerung ausgelöscht. Zehn Jahre später versucht ein fürsorglicher Vater (Casey Affleck) seine heranwachsende Tochter Rag (Anna Pniowsky) unbeschadet durch diese postapokalyptische Welt zu bugsieren und sie mit allen Mitteln zu beschützen. Mit entsprechender Kleidung und Kurzhaarschnitt kaschiert er ihre weiblichen Merkmalen und gibt sie stets als seinen Sohn aus. Als sie jedoch auf andere Menschen treffen, nimmt das Unheil allmählich seinen Lauf…

Kritik: Nach „Im Still Here“ mit Joaquin Phoenix präsentiert Casey Affleck seine zweite Regiearbeit in Spielfilmlänge. „Light of my Life“ feierte am 8. Februar 2019 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin seine Premiere, am 09. August 2019 folgte der US-Kinostart.

Während der Vater damit beschäftigt ist, die familiäre Zweisamkeit aufrechtzuerhalten und mit dem Heranwachsen seiner Tochter zu kämpfen, ringt die junge Rag um ihre weibliche Identität. In diesem Spannungsfeld porträtiert Affleck die Vater-Tochter-Beziehung derart liebevoll, dass die Bindung zwischen den beiden mit jeder weiteren Minute Laufzeit in ihrer Intimität greifbarer wird. Dass dieses Porträt so eindrucksvoll funktioniert und stets nachvollziehbar bleibt, liegt daran, dass sich der Regisseur und Darsteller zwischen Endzeit-Thriller und Coming-of-Age-Drama genügend Zeit für seine Figuren nimmt und die Zweisamkeit immer wieder mit so emotionalen wie kurzen Flashbacks an die verstorbene Mutter (Elisabeth Moss) durchbricht. An dieser Stelle darf aber nicht nur Casey Afflecks Darstellung des besorgten und übervorsichtigen Vaters erwähnt werden, sondern vor allem die Leistung der talentierten Anna Pniowsky. In ihrem gerade mal vierten Langfilmauftritt brilliert die Nachwuchsdarstellerin als junges Mädchen, das allmählich dem Kindsein entwächst, die Entscheidungen des Vaters infrage stellt und sich langsam gegen ein Umfeld aufbäumt, in dem sie ihre Identität nicht frei und gefahrlos ausleben kann. Affleck erschafft für dieses sensible Thema behutsam und mit minimalistischen Mitteln eine bedrückende Atmosphäre, die sich mit jedem kleinen Schritt weiter aufheizt und in einem so nüchtern wie drastisch inszenierten Finale schließlich in einer Katastrophe endet.

Veröffentlichung: ab dem 24. Januar 2020 als Blu-Ray, DVD und Stream. Im Test hatte Filmfreax die Blu-Ray.

Bildformat: 2,40:1 (1080p/24) | Tonformat: DTS-HD 5.1 | Sprachen: Deutsch, Englisch | Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte | Extras: Trailer, Trailershow

Filmfreax-Heimkino-Wertung
4 / 5

Bildquellen

  • Beitragsbild: © Universum Film GmbH

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