© 2019 Twentieth Century Fox

„Terminator: Dark Fate“ ist der sechste Teil des von Arnold Schwarzenegger geprägten Sci-Fi-Franchises. Regie führte diesmal Tim Miller („Deadpool“, „Love, Death & Robots“), das Drehbuch wurde unter anderem von David S. Goyer („Blade“, „The Dark Knight“) mitgestaltet. Als Produzent und Co-Autor fungierte zum ersten Mal seit 1991 wieder James Cameron.

Die Handlung

Die Maschinen senden erneut einen Terminator (Gabriel Luna), um die Zukunft zu verändern. Zielperson ist diesmal die Mexikanerin Dani Ramos (Natalia Reyes). Doch die junge Frau bleibt nicht lange allein – drei Mitstreiter schicken sich an, die bis dahin unbedeutende Fabrikarbeiterin zu beschützen…

Vorrede

Mit damals knapp 16 Jahren hatte mich „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ zum Fan des Franchises gemacht. James Cameron hievte zu jener Zeit das Action-Kino mit revolutionären Spezialeffekten auf ein neues Level. Unnötig zu erwähnen, dass die Reihe mit jedem weiteren Teil an Reiz verlor. Zumindest ging es mir so. Dementsprechend verhalten fielen auch meine Erwartungen aus, als ein sechster Teil angekündigt wurde.

Die Inszenierung

Was Regisseur und Animationsexperte Tim Miller mit „Dark Fate“ auf die Leinwand bringt, ist insgesamt definitiv solide Arbeit. Besonders die ersten Kampfsequenzen empfand ich als ziemlich gekonnt inszeniert. Es ist ja leider in vielen Action-Streifen mittlerweile Usus, temporeiche Szenen so dilettantisch zu „zerschneiden“, dass man als Zuschauer kaum noch verfolgen kann, was gerade vor sich geht. Beim neuesten Terminator-Output ist das glücklicherweise nicht der Fall, was zum größten Teil vermutlich Editor Julian Clarke („Deadpool“, „District 9“, Skyscraper“) zu verdanken ist.

© 2019 Twentieth Century Fox

Leider begehen die Filmemacher vor allem zum Finale den Fehler, sich in überbordendem „CGI-Action-Gebolze“ zu ergehen. Jedenfalls war die Coda für mich schlicht und ergreifend „too much“. Zugegeben, die Vorgänger haben mit bombastischen Schlussakten auch nicht wirklich gespart. Aber hier habe ich den Eindruck, dass dieselbe Intention dahinterstand, die anscheinend viele Filmschaffende heutzutage antreibt: Wir machen es, weil wir es können – weil es technisch einfach möglich ist. Ich hätte mir gewünscht, dass man diesbezüglich wenigstens ein bisschen die Handbremse anzieht. Apropos CGI und Effekte: Das neue Terminator-Modell Rev-9…

Für mich ein nettes Gimmick, das zumindest mehr Reiz hat, als John Connor in einen T-3000 zu verwandeln – wie in „Genisys“ geschehen.

Die Story

Fans des Franchises sollten vorgewarnt sein: Die Geschichte knüpft zwar an die Geschehnisse aus „Tag der Abrechnung“ an, bricht aber drastisch mit den letzten drei Akten und macht mit den neuen Protagonisten einfach mal einen neuen Handlungsfaden auf, der die „epische Erzählung“ komplett untergräbt. Ich für meinen Teil kann jedenfalls nicht die Geschichte ausblenden, die mit „Rebellion der Maschinen“, „Die Erlösung“ und „Genisys“ weitergeflochten wurde.

Nun ja, story repeats itself…

Gleiches gilt für den gesamten Film. Im Grunde wurden alle Zutaten der ersten drei Teile noch mal aufgewärmt und dem Werk, mit Hilfe der heutigen technischen Möglichkeiten, lediglich ein „Upgrade“ verpasst. Da ist der neuartige Terminator, der meuchelt und wandelt, da sind die Gejagten, die in der Zukunft selbstverständlich eine tragende Rolle spielen, und natürlich schnappt sich der emotionslose Killer während seiner Mission ein großes Gefährt, um Jagd auf seine Opfer zu machen. Business as usual. Das mag für kurzweilige Unterhaltung sorgen, ist für mich persönlich aber nichts, was ich zwingend auf der großen Leinwand erlebt haben muss. Wer allerdings eingefleischter „Terminator-Enthusiast“ ist und sich an einem Quasi-Reboot erfreuen kann, der sollte das Kinoticket lösen.

Official First Look at the Women of the New TERMINATOR (from left to right) Natalia Reyes as “Dani Ramos,” Mackenzie Davis as “Grace,” Linda Hamilton as “Sarah Connor” / © 2019 Twentieth Century Fox

Die Schauspieler

Arnold Schwarzenegger und Linda Hamilton mal wieder zusammen zu sehen, hat leider keine nostalgischen Gefühle in mir getriggert. „Arnie“ macht seine Sache aber gewohnt solide und bringt mit seinem Auftritt ein wenig Humor in die bis dato ernsthafte und actiongeladene Geschichte. Dass er dabei Selbstironie beweist und nebenbei noch einen Gag…

… zum Besten gibt, macht ihn wesentlich sympathischer als Standeskollegen Sylvester Stallone, der mit seinem sechsten Aufguss von „Rambo“ schon bewiesen hat, wie man ein Action-Franchise brachial gegen die Wand fährt.

Nun ja, und Linda Hamilton ist Sarah Connor. Dass die „Terminator“-Saga von starken Frauenfiguren geprägt ist, stellt ja schon seit jeher das tragende Element der Sci-Fi-Erzählung dar. Und das, was der Mutter und Kämpferin widerfahren ist, erklärt unmissverständlich, wieso sie derart viel Wut in sich trägt. Allerdings muss ich an dieser Stelle zu meinem Bedauern sagen, dass ich die Rolle diesmal vor allem eins fand: nervig. Dieses Wütende, Verbitterte und Toughe wirkte auf mich so gewollt und überzeichnet, dass es mich es schnell ermüdet hat.

Gabriel Luna zeigt als bedrohlicher „Rev-9“ eine durchaus überzeugende Leistung, und Natalia Reyes mimt die überrumpelte Unbedarfte so, wie man es von der Rolle im Grunde erwarten darf. Allerdings hatte ich vor allem bei Letzterer den Eindruck, als ob die Figur zu blass, nichtssagend und wie am „Terminator-Reißbrett“ entworfen wirkt, als dass ich ihr großes Potenzial in diesem Universum voraussagen könnte. Am überzeugendsten vom gesamten Cast empfand ich tatsächlich Mackenzie Davis, die als besorgte Beschützerin noch den interessantesten Part übernimmt und Sarah Connor mehr oder weniger obsolet macht. Was umso mehr dafür sorgte, dass ich Linda Hamilton eher als lästiges Anhängsel, als den ungeladenen Gast auf der Party oder gar als Relikt aus vergangenen Tagen wahrgenommen habe. Die Demontage einer Ikone, wenn man so will.

Dieser Film könnte Dir gefallen, wenn…

… Du gerne das neueste Smartphone kaufst, nur um hinterher festzustellen, dass die alte Technik einfach in ein neues Gehäuse gepackt wurde und sich am Betriebssystem eigentlich nichts verändert hat. Vermutlich wirst du kurzzeitig Spaß daran haben, letztlich aber einsehen, dass das Alte schon bestens funktioniert hat – und eigentlich nicht hätte ersetzt werden müssen.

Filmfreax-Wertung: 2,5 / 5

Kinostart: 24. Oktober 2019

Bildquellen

  • Beitragsbild: © 2019 Twentieth Century Fox

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